Gendern

Geschlechtsgerechte und inklusive Sprache ist ein wichtiges Thema in der Gleichstellung.

Genderformen

TL;DR: In dieser Veröffentlichung findest du die meisten Punkte zum Thema Gender formen: Stellungnahme zur Barrierearmut gendersensibler Sprache (bukof.de)

Bei der Thematik des Genderns kommt oft die Frage auf wie man das am besten machen kann. Kurz gesagt sind sich eigentlich die meisten Gruppen einig, dass ein geschlechtsneutrale Sprache das Ziel sein sollte. Der Versuch alle in Deutschland vorhandenen Geschlechtseinträge in der Sprach mit zu berücksichtigen ist aktuell nur sehr schwer möglich. Hier kommen dann Modelle wie das Sternchengendern ins Spiel.

Doppelpunkt oder Sternchen?

Sternchen! Diese Frage kommt sehr oft auf und die Fachliteratur und Betroffenengruppen dazu sind sich einig. Hier zu ein Zitat vom Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V.:

Falls jedoch mit Kurzformen gegendert werden soll, empfiehlt der DBSV, das Sternchen zu verwenden, weil es laut Veröffentlichungen des Deutschen Rechtschreibrates die am häufigsten verwendete Kurzform ist und so dem Wunsch nach einem Konsenszeichen am nächsten kommt. Zudem ist davon auszugehen, dass Doppelpunkt und Unterstrich für sehbehinderte Menschen schlechter erkennbar sind als das Sternchen.

Gendern – Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (dbsv.org)

Ein weiteres wichtiges Gutachten bei dieser Frage ist das von der Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (2021):
Empfehlung zu gendergerechter, digital barrierefreier Sprache – eine repräsentative Studie

In der Befragung der Menschen mit Behinderungen wurde deutlich, dass gendergerechte Sprache im Zusammenhang mit einer Schärfung der gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung und der Achtung der Rechte von Menschen mit Behinderungen steht. Die befragten Selbstvertreter*innen empfinden den Asterisk in digitalen Anwendungen, barrierefreier und gebrauchstauglicher als den Doppelpunkt.

Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik – Publikationen – Empfehlung zu gendergerechter, digital barrierefreier Sprache – eine repräsentative Studie (bfit-bund.de)

Rechtliches

Ein Aspekt der sehr oft aufkommt ist die rechtliche Sicht auf das Gendern.

Die im Dezember 2021 veröffentlichte Expertise geht der Frage nach, welche Auswirkungen die Verwendung geschlechtergerechter Sprache, insbesondere des
Gendersterns, auf die Rechtswirksamkeit und den Verbindlichkeitsanspruch von
Handlungsformen der Verwaltung entfaltet. Das Ergebnis ist, in Kürze, dass die
Verwendung geschlechtergerechter Sprache inklusive des Gendersterns keinen
(negativen) Einfluss
auf Wirksamkeit oder Verbindlichkeit von Verwaltungshandeln
entfalten kann, sondern umgekehrt dessen Verfassungskonformität erhöht.

https://www.rewi.hu-berlin.de/de/lf/ls/lbk/gutachten-genderstar-amtssprache_ergebnisse_lembke2021.pdf

Wenn dich die Thematik genauer interessiert empfehlen wir das ganze Rechtsgutachten zu lesen.

NRW

Hier gibt es seit 1999 das Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern für das Land Nordrhein-Westfalen (Landesgleichstellungsgesetz – LGG) in dem es heißt:

§ 4 Sprache

Gesetze und andere Rechtsvorschriften tragen sprachlich der Gleichstellung von Frauen und Männern Rechnung. In der internen wie externen dienstlichen Kommunikation ist die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu beachten. In Vordrucken sind geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen zu verwenden. Sofern diese nicht gefunden werden können, sind die weibliche und die männliche Sprachform zu verwenden.

NRW LGG

Die Diskussion ob das Gendern mit Sternchen die Gleichbehandlung erfüllt ist im oben genannten Rechtsgutachten zum Schlussgekommen, dass dieses der Fall ist. Des Weiteren heißt es „Eine Fortführung der sprachlichen Gleichbehandlung ausschließlich von Frauen und Männern erscheint problematisch“. Hierbei ist die dritte Geschlechtsoption nicht diskriminiert. Da diese aber durch das Grundgesetzt Diskriminierungsschutz besitzt ist dieses also keine rechtlich mögliche Option. Womit wir wieder bei der Aussage landen, dass das Sternen die Verfassungskonformität erhöht.

Inklusive Sprache

Natürlich hört die inklusive Sprache nicht beim Gendern auf. Wir planen in der Zukunft dazu auf dieser Homepage oder in Veranstaltungen mehr darüber zu informieren. Aber eine einfache Regel wollen wir dir schon Mal mit geben: Sagt dir jemand, dass ein Wort oder Floskel sie für sie unangenehm ist, dann solltest du dich fragen, ob du diesen Teil deiner Sprache wirklich so weiterverwenden willst.